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Fenchelpflanzerl und Knödel-Burger

von | Jan. 26, 2017 | aktuelle_artikel, Neu, Wissen-Verpflegung

Ende Oktober 2016 prangte fast auf der gesamten Titelseite der Münchner Abendzeitung die Schlagzeile über ein hauswirtschaftliches Thema. Das Unternehmen „Die Hauswirtschafterei“ aus Peiting in Oberbayern wurde porträtiert. rhw management wollte wissen, wer hinter der Hauswirtschafterei steckt und hat bei Hauswirtschaftsmeisterin und Mitbegründerin Silvia Schlögel nachgefragt.

„Die Hauswirtschafterei sind wir: Silvia, Bettina und Christine, drei koch- und backbegeisterte Frauen vom Land. Wir backen und kochen uns quer durch eine authentische Landfrauenküche und dies am liebsten mit Produkten aus unserer Region“, heißt es auf der Website der Hauswirtschafterei. Wie aber entstand die Idee, nach Landfrauenart zu kochen, zu backen und schließlich auch noch ein Cateringunternehmen zu gründen? Silvia Schlögel, die zusammen mit ihrer Schwester, Christine Schilcher, und einer Freundin, Bettina Eder, die Hauswirtschafterei ins Leben gerufen hat, beschreibt den Weg dahin als nicht unbedingt gerade. „Ich gebe seit Jahren Kochkurse“, so Schlögel. „Daneben“, ergänzt sie, „haben wir drei Landfrauen einige Kochbücher geschrieben.“

Verkaufsschlager, aber strenge Auflagen

Insbesondere das Käsekuchenbackbuch (mit immerhin 90 Käsekuchenvarianten), das die Damen im Selbstverlag herausgebrachten, ist mit bereits 16.000 verkauften Exemplaren ein Verkaufsschlager.

Allerdings, und da begann ein Umdenken bei den Dreien, stand bald das Finanzamt auf der Matte und kassierte – und das obwohl sie alle Einnahmen spendeten: „Eine seltsame Situation: Wir haben ehrenamtlich gearbeitet, letztendlich keinen Cent der Einnahmen gesehen und dafür dann noch Steuern zahlen müssen“, so Silvia Schlögel.
Der nächste Schritt war also nur konsequent: Die Damen gingen zum Deutschen Landwirtschaftsverlag (dlv) und brachten dort fortan Koch- und Backbücher in der so genannten „Alle lieben“-Serie heraus. Darunter sind etwa die Titel „Alle lieben schnelle Küche“, „Alle lieben Torten“ oder auch „Alle lieben Ofengerichte“ erhältlich. Mit insgesamt 120.000 verkauften Exemplaren können die Hauswirtschafterei-Damen auf eine stolze Summe blicken, denn die Kochbücher gibt es nicht im regulären Buchhandel. „Es sei denn, ein netter Buchhändler bestellt sie Ihnen“, sagt Schlögel lachend.

Allerdings musste insbesondere die gelernte Grafikerin Bettina Eder mit der Zeit feststellen, dass sie aufgrund der strengen Vorgaben bezüglich der Gestaltung der Bücher, die sie vom dlv auferlegt bekamen, keine großen kreativen Entfaltungsmöglichkeiten hatte. Denn die Bücher gehörten eben einer Serie an – und mussten sich daher gleichen.

„Daraufhin haben wir mehr oder weniger gezwungenermaßen gerne die nächste Stufe auf dem Weg zur Selbstständigkeit genommen. Denn wir wussten: Wir sind gut vernetzt, haben Ahnung vom Fach, haben eine Grafikerin an Bord und wollen uns nicht immer mit 25 Leuten abstimmen. Daher war der Gedanke, dass wir etwas Eigenes machen, nur konsequent“, fasst Silvia Schlögel den Prozess zusammen. Dies war der Startschuss für die Gründung von „Die Hauswirtschafterei. Leben auf dem Land GmbH“.
Im Selbstverlag brachten sie seitdem drei Koch- bzw. Backbücher heraus: „Bayerisch Kochen für Freunde“, „Peiting backt“ und „Bayerisch veggie“.

Doch bei den Büchern allein blieb es nicht. Denn die Hauswirtschafterei, wie man sie heute kennt, ist auch ein Cateringunternehmen. Silvia Schlögel: „Mit dem Landfrauenverband war ich auch immer auf der Grünen Woche in Berlin vertreten und dort für die Häppchen zuständig.“ Mehrere 100 Leute zu versorgen war ihr also nicht fremd. Im März 2015 schließlich kam dann eine Anfrage, die alles veränderte: Die Damen sollten ein Flying Buffet für 300 Leute ausrichten. Sie zögerten nicht lange und sagten zu. Eine leerstehende Wohnung auf dem Bauernhof von Silvia Schlögel wurde zur Küche umgebaut; seitdem wird dort gebacken, gekocht und angerichtet.

Eva Maria Reichert

www.diehauswirtschafterei.de

Mehr zum Thema lesen Sie in der rhw management-Ausgabe 1-2/2017

Foto: Die Hauswirtschafterei

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