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Klinik: So wird Hygiene auch für Patienten sichtbar

von | Aug. 17, 2017 | Neu, Wissen-Hygiene

Die Asklepios-Kliniken in Hamburg haben sich 2015 für die Einführung eines neuen Hygiene- und Reinigungssystems entschieden. Objektleiterin Petra Kähler erklärt uns vor Ort in Harburg, wie das System die Reinigung auf den Stationen verändert hat.

Erster Schritt bei der Einführung des Systems ist jeweils eine Ist- und Risikoanalyse der Reinigungs- und Hygienemaßnahmen sowie deren Bewertung. Daraufhin erfolgt eine Identifizierung aller hygienekritischen Kontrollpunkte – ähnlich wie beim HACCP-Konzept in der Speisenversorgung vorgegangen wird.
Im nächsten Schritt werden alle Reinigungsmitarbeiter geschult und zwar mit Hilfe von bebilderten Standardarbeitsanweisungen. Es werden klare Anweisungen zur Reihenfolge und Vorgehensweise beim Ablauf der täglichen (auch am Sonntag) desinfizierenden Reinigung im Patientenzimmer und in den sanitären Einrichtungen gegeben.
Gearbeitet wird mit verschieden farbigen Reinigungstüchern, so wird ein blaues Tuch zum Beispiel für Türklinken, Lichtschalter, Tische und Stühle verwendet, für das Bad ist ein gelbes Tuch vorgesehen und für die Toilette ein rotes. Am Schluss folgt die Bodenreinigung mit vorgetränkten Bodenwischbezügen. Die Tücher und Bezüge werden in der eigenen Wäscherei wiederaufbereitet.

Weißes Tuch auf das Ende der Bettgestelle
Beim Vor-Ort-Termin in Harburg fällt auf, dass die Reinigungsmitarbeiterin zu Beginn jeweils ein weißes Tuch auf das Ende der Bettgestelle im Patientenzimmer ablegt. Dabei handelt es sich um Einmal-Desinfektionstücher für die patientennahen Bereiche wie Nachttisch und Bettgestell, erklärt Petra Kähler. „Auf diese Weise sieht der Patient, dass für jedes Bett ein neues Tuch verwendet wird.“ Früher wurde oft kritisiert, dass für jedes Zimmer die gleichen Tücher verwendet werden – was nicht stimmte, aber die Patienten haben den Tuchwechsel eben nicht mitbekommen.

Hygienezeichen weisen den Weg durch das Zimmer
Ein wichtiges Element bei HYSYST ist, dass Hygiene für alle sichtbar gemacht wird. So fallen auf den Stationen kleine runde Hygienezeichen auf, die zum Beispiel auf Lichtschaltern und Türklinken kleben. Damit werden neuralgische Punkte, an denen in der Regel eine Verbreitung von Keimen durch Haut- und Händekontakt geschieht, hervorgehoben. Die Reinigungskräfte werden so an die Desinfektion dieser wichtigen Stellen erinnert und arbeiten sich anhand dieser Punkte durch das Patientenzimmer.

Alexandra Höß

Mehr zum Thema lesen Sie in der aktuellen rhw management-Ausgabe 9/2017.

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