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Hauswirtschaft in Südtirol

von | Juli 20, 2017 | Neu, Wissen-Mitarbeiterführung

An der Fachschule für Ernährung und Hauswirtschaft in Haslach (Bozen) werden die Teilnehmer/innen seit über 25 Jahren auf dem zweiten Bildungsweg für die Hauswirtschaft ausgebildet. Welche Kurse beliebt sind und wie die Ausbildung verläuft, ließ sich rhw management bei einem Besuch in Italien genauer erklären.

Noch vor etwa 40 Jahren war Hauswirtschaft in Südtirol so eine Art einjähriges Fitmachen von Frauen für den Haushalt und ohne beruflichen Abschluss. Das hat sich stark geändert. Die Fachschulen für Hauswirtschaft und Ernährung sind berufsbildend geworden und führen nach einer dreijährigen, bzw. vierjährigen Ausbildung zu Berufsabschlüssen auf zwei Ebenen. Nach einer zweijährigen Grundausbildung („Biennium“ genannt) wählen die Schüler/innen zwischen folgenden drei Fachrichtungen und Abschlüssen, die sie nach dem dritten Schuljahr erhalten:

– Fachkraft für hauswirtschaftliche Dienstleistungen

– Fachkraft für Ernährungswirtschaft

– Fachkraft für Agrotourismus (seit 2014, für die Arbeit in Betrieben, die Ferien auf dem Bauernhof anbieten).

Wer nach diesem ersten Berufsabschluss das vierte Schuljahr besucht, kann den Abschluss zur „Spezialisierten Fachkraft für Agrotourismus und Großhaushalt“ anstreben. Nach einem weiteren fünften Jahr kann man das staatliche Abschlussdiplom der Oberstufe im Bereich „Personenbezogene Dienstleistungen“ erlangen (in Südtirol „Matura“ genannt) und dann an einer Universität oder Fachhochschule fachungebunden studieren.

„Unsere Teilnehmer/innen sind berufstätig und haben oft auch schon einen Abschluss in der Oberstufe oder einen anderen Studienabschluss. Sie suchen in der Hauswirtschaft ein zweites berufliches Standbein, das für sie eine Alternative bietet“, sagt Schuldirektorin Gudrun Ladurner.

Hauswirtschaft auf dem zweiten Bildungsweg

Diejenigen, die auf dem zweiten Bildungsweg einsteigen, um Fachkräfte in der Hauswirtschaft zu werden, kommen aus den unterschiedlichsten Berufsbereichen. Denn jeder, der über 18 Jahre alt ist, kann hier die Berufe der Hauswirtschaft und Ernährung auf dem zweiten Bildungsweg anstreben.

Der Unterricht in Haslach findet berufsbegleitend, hauptsächlich abends ab 19.30 Uhr und an Samstagen statt. Das Ausbildungsangebot ist modular aufgebaut, und wer bestimmte Module abgeschlossen und gesammelt hat, kann die Berufsbefähigungsprüfung im gewählten Fachbereich ablegen. „Wir sind die einzige Fachschule in Südtirol, die das anbietet“, so Ladurner. Seit 2004 ist der zweite Bildungsweg in der Hauswirtschaftlichen Berufsausbildung anerkannt.

Wichtig sei die Wirkung der Schule nach außen. Das Bildungsjahr wird traditionell mit einer Programmvorstellung bei einem abendlichen Aperitif in der Schauküche eröffnet, zu dem Kunden und Partner eingeladen sind.

Die Fachschule ist regelmäßig mit unterschiedlichen Maßnahmen auf verschiedenen Fachmessen der Messe Bozen („Nutrisan“, „Hotel“ „Agridirect“) und anderen Veranstaltungen, wie dem jährlichen Erntedankfest auf dem Waltherplatz in Bozen oder dem Südtiroler Genussfestival, vertreten. Die Mitarbeit der Fachschule an den Konzepten der Veranstaltungen und die fachliche Kompetenz werden inzwischen von vielen Organisationen sehr geschätzt. In den vergangenen Jahren haben sich neue spannende Partnerschaften entwickelt.

Schuleigene Veranstaltungen wie der Familienerlebnistag oder Tagungen, beispielsweise anlässlich des Internationalen Tages der Hauswirtschaft, runden die öffentlichen Auftritte der Fachschule ab.

Mehr zum Thema lesen Sie in der aktuellen rhw management-Ausgabe 7/8-2017.

Text: Robert Baumann

Foto: Robert Baumann

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