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Gehobener Privathaushalt: „Ein lukrativer Markt!“

von | Sep. 2, 2022 | Neu

Jeannine Böttcher ist seit 20 Jahren Inhaberin der Familienagentur „Starfamily“ mit Sitz in Waal (Bayern). Sie vermittelt unter anderem Hauswirtschaftskräfte in gehobene Privathaushalte mit Einstiegsgehältern ab 3.300 Euro brutto. Doch was ist bei diesem Arbeitsmarkt zu beachten?

Was sollte jemand neben den fachlichen Kenntnissen aus der Hauswirtschaft mitbringen, um in einem fremden Familienhaushalt zu arbeiten?

Dazu gehört so einiges: Diskretion, soziales Verhalten, gut organisiert und vielfältig interessiert zu sein. Wichtig ist es auch, zeitlich und im Kopf sehr flexibel zu sein, da sich die Arbeitsaufgaben spontan ändern können, je nach Situation im Alltag. Die Person sollte ein gutes Standing haben, also Grenzen setzen können, aber gleichzeitig dienstleistungsorientiert auftreten.
Wichtig ist eine gute Kommunikationsfähigkeit. Das heißt, dass durch die enge Zusammenarbeit mit dem Arbeitgeber schwelende Themen zeitnah angesprochen werden sollten. Konfliktfähigkeit ist ein deshalb ein wichtiger Punkt, aber auch Erfahrung mit hochwertigen Materialien.

Wie sieht es mit den Arbeitszeiten aus?

Für Hauswirtschafterinnen sind die Arbeitszeiten oft frei wählbar – so lange keine Kinderbetreuung dabei ist. Zwischen 20 und 40 Wochenstunden wird im Privathaushalt alles angeboten.
Außergewöhnliche Arbeitszeiten fallen an, wenn beispielsweise am Abend oder am Wochenende Gäste erwartet werden; dann wird man schon mal gefragt, ob man aushelfen könnte. Nicht selten haben die Familien auch Ferienhäuser und nehmen die Hauswirtschafterin nach Absprache übers Wochenende mit nach Österreich oder Mallorca.

Wie muss man sich das Miteinander zwischen Mit-Essen, Mit-Wohnen und Abgrenzung vorstellen?

Das ist total unterschiedlich, manche Angestellte mögen lieber etwas Distanz zur Familie. Andere Familien suchen mit der Familienmanagerin ganz bewusst ein weiteres Familienmitglied, fast wie eine große Schwester oder auch wie eine Ersatzoma für die Kinder. Beide Formen des Miteinanders sind gefragt und das sollte unbedingt vorher geklärt werden. Wenn beispielsweise eine fröhliche und sehr kommunikative Arbeitskraft auf eine distanzierte Familie trifft, dann passt das eben nicht. Und ja, der Job ist grundsätzlich etwas anderes, als mit Kolleginnen im Büro zusammenarbeiten, wo man sich allein schon räumlich distanzieren kann.

Können sich denn die Arbeitskräfte auch untereinander austauschen?

Zum Austausch haben wir eine Hauswirtschaftsgruppe und eine Nanny-Gruppe auf Facebook gegründet, wo sich die von uns zugelassenen Kräfte austauschen können. Zudem trifft sich ein- bis zweimal pro Jahr unser Hauspersonal per Zoom miteinander. Vor Corona gab es auch einen regelmäßigen Stammtisch.
Bei Fragen und besonderen Themen können wir natürlich angesprochen werden oder wir leiten diese Frage anonym weiter an unseren Pool an Mitarbeitenden. Denn fast jedes Problem hat es ja schon mal in irgendeiner Form gegeben und andere können entsprechend Tipps geben. Dabei ist uns die Privatsphäre der Kunden heilig!

Mehr zum Thema lesen Sie in der aktuellen rhw management-Ausgabe 9/2022.

Foto: Geschäftsführerin Jeannine Böttcher (rechts) und ihr Team

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