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Funktioniert: Klinik mit Trockenreinigung

von | Aug. 24, 2015 | aktuelle_artikel, Neu, Wissen-Hygiene, Wissen-Reinigung

Der Trend kommt ursprünglich aus Skandinavien. Das Universitätsklinikum Freiburg setzt zu fast 80 Prozent auf staubbindende Wischverfahren. Eine Studie zeigt: Die Methode ist umweltfreundlich, entlastet die Mitarbeiter und gibt ihnen mehr Verantwortung, ohne auf den hohen Anspruch an Hygiene zu verzichten.

Medizinische Einrichtungen müssen immer kostensparender arbeiten und trotzdem höchsten Qualitäts- und Hygieneansprüchen gerecht werden. Krankenhäuser und Kliniken reagieren darauf zunehmend mit Outsourcing von Serviceleistungen. Das Universitätsklinikum Freiburg setzt stattdessen auf Optimierung der Eigenreinigung. Die Gebäudereinigung erfolgt in Freiburg zu 80 Prozent durch eigenes Personal nach einem intern erarbeiteten Reinigungskonzept, dem so genannten Freiburger Modell. Die darin beschriebenen Standards für die Reinigung von patientennahen und -fernen Bereichen werden regelmäßig den neuen Erkenntnissen zu den Themen Nachhaltigkeit und Hygiene angepasst.

Schon vor über zehn Jahren erste Studie

„Wir arbeiten eng mit unserem Institut für Umweltmedizinschutz und Krankenhaushygiene (IUK) zusammen und suchen gemeinsam nach Methoden, um die Reinigung zu optimieren“, erklärt Henning Meyer, Geschäftsbereichsleiter Dienstleistungen am Universitätsklinikum Freiburg. In einer ersten Praxisstudie hatte das Institut bereits 2003 aufgezeigt, dass die Trockenreinigung und die Nassreinigung aus hygienischer Sicht gleichwertig sind.

Dr. Winfried Ebner, kommissarischer Leiter des IUK der Sektion Krankenhaushygiene: „Beide Verfahren sind sicher. Wenn man es richtig macht, kann man mit beiden gut und hygienisch reinigen.“ Mit dem Trockenreinigungsverfahren bzw. staubbindenden Wischen kann der Wasser- und Reinigungsmittelverbrauch gleichzeitig deutlich gesenkt werden.

„Allerdings zeigte die Studie damals, dass eine Einführung der Trockenreinigung aus ökonomischer Sicht noch nicht zu empfehlen war“, schränkt Meyer ein. „Grundsätzlich waren wir aber davon überzeugt, dass uns das staubbindende Wischen künftig Erleichterungen bringen wird.“

Seit 2013 Zusammenarbeit mit Martin Lutz

Deshalb hat das Universitätsklinikum 2013 das externe Forschungs- und Prüfinstitut für Facility Management (FIGR) beauftragt, das bis dahin praktizierte Nasswischen zu prüfen.
Martin Lutz, Geschäftsführer FIGR: „Wir sind zu dem Schluss gekommen, dass die Einführung eines staubbindenden Wischverfahrens, ergänzt um eine Nassreinigung bei Bedarf, in vielerlei Hinsicht zu einer Optimierung führt.“ Voraussetzung dafür sei geschultes Personal und der Einsatz entsprechend geeigneter Reinigungsutensilien.

Das Institut empfiehlt spezielle Wischbezüge, die zum staubbindenden Wischen trocken eingesetzt werden und zu den bestehenden Reinigungssystemen kompatibel sind. Für bestimmte Bereiche können alternativ auch klebstoffimprägnierte Einweg-Staubbindetücher zum Einsatz kommen, die insbesondere den großen Aufwand der Wäschelogistik deutlich minimieren.
Um die Ergonomie bei der Fußbodenreinigung neben der reduzierten Nassreinigung weiter zu verbessern, empfiehlt das FIGR außerdem höhenverstellbare Teleskopstiele für die Wischgeräte, die sich entsprechend der Körpergröße der Reinigungskräfte bzw. des Einsatzortes auf eine optimale Stiellänge einstellen lassen.
Red/RoB

Mehr zum Thema lesen Sie in der rhw management-Ausgabe 9/2015

Fotos: Universitätsklinikum Freiburg/Britt Schilling

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