Nachhaltigkeit in der Hauswirtschaft gehört inzwischen zu den zentralen Zukunftsthemen sozialer Einrichtungen. Viele wirksame Maßnahmen benötigen keine großen Investitionen. Vielmehr sind es die alltäglichen Routinen, in denen sich entscheidet, ob Ressourcen effizient genutzt oder unnötig verschwendet werden.
Dies erläuterte Xenia Romadina (Foto) auf der Tagung der LAG-HW Baden-Württemberg im Juni im GENO-Haus in Stuttgart. Sie ist Fachreferentin für Hauswirtschaft & Ernährung bei der IN VIA Akademie Paderborn und machte deutlich, dass Hauswirtschaft weit mehr ist als Versorgung und Organisation, denn sie verbindet Klimaschutz, Wirtschaftlichkeit und Lebensqualität miteinander. „Hauswirtschaft macht Nachhaltigkeit alltagstauglich“, fasste Romadina ihre zentrale Botschaft zusammen.
Deutschland verursachte 2024 rund 649 Millionen Tonnen Treibhausgasemissionen. Gleichzeitig entstehen jährlich Millionen Tonnen Lebensmittelabfälle, ein erheblicher Teil davon in der Außer-Haus-Verpflegung. Hinzu kommen mehr als 16.000 Pflegeheime mit Millionen versorgter Menschen – Einrichtungen, in denen täglich große Mengen an Energie, Wasser, Lebensmitteln und Verbrauchsmaterialien eingesetzt werden. Gerade dort besitzt die Hauswirtschaft einen unmittelbaren Hebel, um Nachhaltigkeit messbar werden zu lassen.
Mehr als Umweltschutz
„Nachhaltigkeit wird häufig mit Gebäudesanierungen, Photovoltaikanlagen oder moderner Heiztechnik verbunden“, so Romadina. Diese Investitionen seien wichtig, greifen jedoch zu kurz. Der eigentliche Unterschied entsteht im täglichen Handeln: beim Einkauf, bei der Lagerhaltung, bei der Speisenausgabe, in der Wäscherei oder bei der Reinigung. Genau hier übernimmt die Hauswirtschaft Verantwortung.
Nach Aussage der Referentin verändert sich derzeit auch der politische Rahmen. Nachhaltigkeit bleibt ein verbindliches Ziel, wird künftig jedoch stärker daran gemessen, ob Maßnahmen praktikabel, wirtschaftlich und nachweisbar wirksam sind. Einrichtungen müssen ihre Erfolge zunehmend anhand konkreter Kennzahlen belegen – etwa über Verbrauchsdaten, Abfallmengen oder optimierte Arbeitsabläufe.
Die Stärke der Hauswirtschaft
Hauswirtschaft verbindet mehrere Ebenen gleichzeitig. Einerseits steuert sie erhebliche Ressourcenströme – von Lebensmitteln über Reinigungsmittel bis hin zu Energie und Textilien. Andererseits organisiert sie Arbeitsabläufe und beeinflusst damit die Qualität der Versorgung ebenso wie die Zufriedenheit der Mitarbeitenden.
Dabei entsteht Nachhaltigkeit nicht durch zusätzliche Aufgaben, sondern durch bessere Organisation. Bereits kleine Veränderungen können große Auswirkungen haben: eine angepasste Lagerhaltung, klar definierte Portionen oder eine verbesserte Kommunikation zwischen Küche und Wohnbereichen reduzieren Verluste, ohne den Service einzuschränken. „Nicht alles auf einmal machen – sondern dort beginnen, wo Hauswirtschaft konkret wirken kann“, lautete deshalb eine der wichtigsten Empfehlungen von Xenia Romadina. Entscheidend sei nicht die perfekte Strategie, sondern der erste realistische Schritt.
Robert Baumann
Foto: IN VIA Akademie Paderborn
Den ganzen Artikel lesen Sie in rhw management 9/2026
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