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Ältere Mitarbeiter als wichtige Ressource

von rbaumann | Okt. 6, 2012 | Wissen-Mitarbeiterführung

Amerikanische Forscher haben 1.500 Menschen in einer groß angelegten Studie über 80 Jahre lang begleitet und Erstaunliches zutage gebracht: Nicht vor allem diejenigen, die an ihrem Arbeitsplatz stets darauf achten, sich nicht zu überfordern oder die sich beizeiten aus dem Berufsleben zurückziehen, bleiben gesund und frisch. Länger gesund bleiben die Menschen, die sich mit Freude und oft bis übers Rentenalter hinaus in ihrem Beruf engagieren.

In einer Zeit, in der das Thema Burnout in allen Medien immer wieder für viele Leser bzw. User sorgt, und wo diejenigen beneidet werden, die dank Erbschaft, erwirtschaftetem Vermögen oder großer Abfindungen nicht (mehr) arbeiten müssen, stoßen eben angeführte Studienergebnisse auf ungläubiges Staunen.

Das einzigartige Projekt der University of California, seinerzeit von dem Psychologen Lewis Terman gestartet und auch nach ihm benannt, hat mehrere Wissenschaftlergenerationen beschäftigt und sollte die Frage beantworten: Hält Arbeit – auch stressige – fit, oder lebt es sich gesünder, wenn man eine ruhige Kugel schiebt? Terman suchte rund 1.500 überdurchschnittlich intelligente, um 1910 geborene Jungen und Mädchen aus. In regelmäßigen Abständen wurden die Probanden über acht Jahrzehnte hinweg detailliert zu verschiedenen Lebensbereichen befragt. Das Buch zur Studie heißt „The Longevity Project“ und liegt seit ein paar Monaten auch in deutscher Sprache vor („Die Long-Life-Formel“, Beltz Verlag).

Die Ergebnisse der so genannten Terman-Studie, begonnen 1921, lassen sich allerdings nicht 1:1 auf die heutigen Verhältnisse übertragen. Heute haben wir eine enorme Arbeitsverdichtung, viel größere Belastungen und kleinere zeitliche Spielräume. Hinzu kommt die Reizüberflutung durch die Medien, die besonders in den vergangenen 20 Jahren durch das Internet und die mobile Erreichbarkeit bisher nie da gewesene Anforderungen stellt.

Entscheidend: Freude an der Arbeit

„Wir wissen, dass das so genannte Aufwand-Belohnungs-Schema eine große Bedeutung hat bei der Frage, welchen gesundheitsfördernden Effekt die berufliche Betätigung mit sich bringt“, so Prof. Dr. Ralph Bruder, Leiter des Instituts für Arbeitswissenschaft der TU Darmstadt. „Wer das Gefühl hat, sich für eine zu geringe Entlohnung abzuarbeiten oder wer sich in seinem Arbeits-Umfeld zu wenig wahrgenommen bzw. anerkannt fühlt, ist eher mit nachteiligen Aspekten für seine Gesundheit konfrontiert.“

Ein weiterer Kritikpunkt an der Terman-Studie bzw. der Interpretation der Ergebnisse ist, dass hier ausschließlich Menschen mit einem überdurchschnittlichen Intelligenzquotienten begleitet worden sind. Prof. Dr. Ralph Bruder lässt diese Kritik nicht gelten: „Um Freude an der Arbeit zu haben, braucht man keinen herausragenden Intelligenzquotienten. Viel wichtiger ist das möglichst optimale Zusammenpassen von menschlichen Voraussetzungen und Erwartungen mit den Arbeitsbedingungen: die richtige Person am richtigen Platz! Sicherlich spielt es auch eine Rolle, welche Gestaltungsspielräume eine Tätigkeit bietet. Hier nehmen die Gestaltungsspielräume in der Regel mit höherer Qualifikation zu, aber das ist keine Frage der Intelligenz, sondern der eigenen Fähigkeit zum lebenslangen Lernen.“

Von: Dorothea Kammerer

Mehr zum Thema lesen Sie in rhw management 10/2012

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