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Immer mehr Menschen mit Angststörungen


Der Anteil der von einer Angststörung betroffenen Versicherten stieg bei der Krankenkasse IKK classic innerhalb von zehn Jahren um über 37 Prozent. Besonders bei sozialen Phobien und Panikstörungen zeigt sich eine deutliche Zunahme bei Menschen mit Angststörungen.

Im Zeitraum von 2013 bis 2022 hat sich die Zahl der Menschen, die unter einer Angststörung leiden, deutlich erhöht. Dies ergab eine Auswertung der Versichertendaten der IKK classic. 2013 wurden noch bei 4,8 Prozent der Versicherten eine Angststörung diagnostiziert. Es waren im Jahr 2022 mit insgesamt 201.516 Betroffenen bereits 6,6 Prozent. Dies entspricht einer Steigerung von 37,5 Prozent.

Mehr soziale Phobien und Panikstörungen

Die höchste Steigerung zeigt sich bei sozialen Phobien und Panikstörungen. Bei den sozialen Phobien erhöhte sich der Anteil betroffener Versicherter der IKK classic von 2013 bis 2022 um 104,9 Prozent, bei den Panikstörungen um 77,0 Prozent.

Von einer sozialen Phobie sind vor allem Kinder und junge Menschen bis 29 Jahre betroffen. Auf diese entfielen 2022 allein 46,7 Prozent der Diagnosen. Panikstörungen hingegen treten eher bei älteren Menschen auf. 48,2 Prozent aller Fälle wurden 2022 bei Menschen über 50 Jahre diagnostiziert.

Zunahme von diagnostizierten Angststörungen bei Männern

Insgesamt leiden mehr Frauen als Männer unter Angststörungen. Von den im vergangenen Jahr 201.516 betroffenen Versicherten der IKK classic waren 65,1 Prozent weiblich und nur 34,9 Prozent männlich. Während sich der Anteil bei den betroffenen Frauen im Zeitraum von 2013 bis 2022 um 30,9 Prozent erhöhte, stieg er bei den Männern deutlich stärker um 48,8 Prozent.

Betroffenheit und Anstieg bei älteren Menschen am höchsten

Am stärksten sind ältere Menschen von Angsterkrankungen betroffen, das zeigen die Auswertungen der IKK classic. In den Altersgruppen von 50 bis 69 Jahren wurde 2022 bei 8,0 Prozent der Versicherten eine Angststörung diagnostiziert. Hingegen in der Altersgruppe ab 70 Jahren bei 7,4 Prozent.

Auch den höchsten Erkrankungsanstieg registrierte die IKK classic bei älteren Menschen – sowohl bei Frauen als auch bei Männern. Im Alter von 50 bis 59 Jahren stieg der Anteil bei Männern um 42,4 Prozent, im Alter von 60 bis 69 Jahren um 44,1 Prozent und bei den über 70-Jährigen um 49,6 Prozent. Ein ähnliches Bild ergibt sich bei Frauen: Hier lag das Plus bei den 50- bis 59-Jährigen bei 26,5 Prozent, bei den 60- bis 69-Jährigen bei 31,2 Prozent und bei den über 70-Jährigen bei 34,3 Prozent.

Menschen mit Angststörungen: Diffuses Bild bei Kindern und Jugendlichen

Ein diffuseres Bild ergibt sich bei Kindern und Jugendlichen. Während der Anteil der betroffenen Jungen bis 19 Jahre seit 2013 um 22,3 Prozent stieg, waren es bei Mädchen sogar 58,7 Prozent. Allein zwischen 2019 und 2022 erhöhte sich der Anteil betroffener Mädchen um 25,7 Prozent, während es bei Jungen nur 4,7 Prozent waren.

„Unsere Auswertung zeigt, dass die Wahrscheinlichkeit, an einer Angststörung zu erkranken, zugenommen hat und offensichtlich weiter steigt“, so Frank Hippler, Vorstandsvorsitzender der IKK classic. „Dabei muss leider auch von einer Dunkelziffer an bisher nicht diagnostizierten Erkrankungen ausgegangen werden. Zwar ist der Umgang mit psychischen Erkrankungen in den letzten Jahren in unserer Gesellschaft offener geworden. Dennoch scheuen sich Betroffene immer noch zu häufig, über ihre Erkrankung zu sprechen oder sich behandeln zu lassen – aus Scham, aus Angst vor Ablehnung, Ausgrenzung, Stigmatisierung oder Diskriminierung.“

Tatsächlich würden psychisch Kranke nach wie vor mit Vorurteilen konfrontiert. Und genau diese Vorurteile machen krank, wie eine Studie der IKK classic belegt. „Für Menschen mit psychischen Erkrankungen ist das eine zusätzliche seelische Belastung. Darum bedarf es mehr gesellschaftlicher Akzeptanz von Angststörungen, mehr Toleranz und Empathie gegenüber Betroffenen, damit diese ermutigt werden, ohne Scham über ihre Erkrankung zu sprechen und sich die benötigte Hilfe zu holen“, so Hippler. „Aus diesem Grund setzen wir uns als Krankenkasse nicht nur gegen Vorurteile, Diskriminierung und einen wertschätzenden Umgang miteinander ein, sondern auch für eine Entstigmatisierung von Angststörungen.“

Betroffene Versicherte unterstützt die IKK classic beispielsweise mit Hilfestellungen bei der Therapeutensuche und der Kostenübernahme für qualitätsgeprüfte digitale Gesundheitsanwendungen.

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