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Erstmals seit vielen Monaten konnten in Bayern unter besonderen Schutzvorkehrungen am 1. Oktober 2021 – dem Welttag des Lächelns – die Meisterbriefe wieder persönlich verliehen werden. Unter riesigen Doppel-Kronleuchtern und historischen Stuckarbeiten der Residenz von München erhielten rund 40 anwesende Meisterinnen der Hauswirtschaft ihre Meisterbriefe.

Besondere Vorkehrungen waren notwendig, um diese Feier im Max-Joseph-Saal der Residenz überhaupt zu ermöglichen. Doch Regierungspräsidentin Maria Els und Eva Maslanka von der Regierung von Oberbayern haben bis zum Schluss daran geglaubt – und mit ihrem Team alles vorbereitet.

So gab es zwar weder Getränke noch Verköstigung (dafür Pralinen, Urkunden und Medaillen für die sechs Meisterpreise sowie Rosen für die drei besten Absolventinnen). Es waren keine Angehörigen erlaubt (dafür Animationskünstler Toni Toss auf der Bühne). Die 3-G-Regel galt beim Betreten und das Tragen einer medizinischen Maske, die am Platz abgenommen werden konnte, da durch eine spezielle Sitzordnung der Abstand von 1,50 Meter eingehalten werden konnte.

Das größte Geschenk war sicherlich, dass die 79 Meisterinnen 2021 in Bayern sich selbst bewiesen haben, dass sie auch unter den Bedingungen einer Pandemie erfolgreich ihre Titel geholt haben. Das belohnt die Regierung in Bayern mit einem Meisterbonus von 2.000 Euro, der im November ausgezahlt wird und nicht (voll) versteuert zu werden braucht.

Oberbayerns Jahrgangsbeste 2021, Katrin Roßmeier, mit der Note 1,66, sagte: „Auch in der Landwirtschaft ist die Hauswirtschaft unabkömmlich und kann den Wandel voranbringen“. Die frühere Steuerfachangestellte überzeugte den Prüfungsausschuss mit ihrem SB-Konzept im Hofladen ihres Vaters, der seit 30 Jahren Schweine züchtet. Die Meisterpreise in Form von sechs Medaillen erhalten die 20 Prozent der besten Absolventinnen mit einer Note von maximal 2. Überreicht wurden die Medaillen von Ministerialrätin Andrea Seidl (vom benachbarten Staatsministerium für Landwirtschaft).

Eine Lehrerin soll mal gesagt haben: „Eine gute Hauswirtschafterin bemerkt man erst, wenn sich nicht mehr da ist.“ Am 1. Oktober 2021 in der Residenz wurde jede einzelne von ihnen mit Applaus auf der Bühne gewürdigt. „Hauswirtschaftliche Fachkräfte sind rar und werden dringend gebraucht“, sagte Margarete Engel vom Vorstand des BayLaH. „Der Beruf ist systemrelevant, die Gesellschaft braucht sie“, ergänzte Regierungspräsidentin Maria Els, und weiter: „Alle Aktionen und Plakate sind nicht soviel wert wie Sie als Botschafterinnen dieses vielseitigen Berufs!“

Und auch die nächste Verleihung der Meisterbriefe – dann wieder für alle Absolvent*innen in Bayern – steht schon fest: am 21. Oktober 2022 in der Sommerresidenz der Bayerischen Könige, dem Schloss Nymphenburg.

Fotos und Text: Robert Baumann

Rund 40 Meisterrinnen der Hauswirtschaft gab es 2021 allein im Regierungsbezirk Oberbayern