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Hauswirtschaftsmeisterin mit hohem Anspruch

Als Jahrgangsbeste aus ganz Bayern schloss Tanja Breitkopf im letzten Jahr ihre Meisterprüfung in der Hauswirtschaft ab. Ganz besonders spannend war ihr Arbeitsprojekt während des Meisterlehrgangs: Sie konzipierte ein Kochkurskonzept für 8- bis 12-jährige Kinder inklusive umfassendem QM-Handbuch.

Die 43-jährige Tanja Breitkopf ist auf dem 2. Bildungsweg zur Hauswirtschaft gekommen. Aber eigentlich wollte sie schon nach dem Abitur 1995 Hauswirtschaftslehrerin werden. „Nur wurde mir da bei der Berufsberatung davon abgeraten. Hauswirtschaft hätte keine Zukunft und Hauswirtschaftslehrerinnen würden bald nicht mehr gebraucht, hieß es.“

Also entschloss sie sich, Lehramt an Grundschulen zu studieren. „Ich habe auch fleißig studiert, bin dann aber kurz vor dem Staatsexamen mit meinem ersten Sohn schwanger geworden“, erzählt sie. Sie entschied sich, das Staatsexamen erst einmal zu verschieben.

Dann bekam sie ihren zweiten Sohn und konzentrierte sich zunächst auf den Haushalt und ihre beiden Kinder. Die Versorgung der Familie stand für sie viele Jahre lang an erster Stelle.

Dann kam der Tag, als sie in einer Buchhandlung einen Flyer der Landwirtschaftsschule Amberg fand. Dieser sollte ihrem beruflichen Leben eine neue Richtung geben. Im Flyer wurde der einsemestrige Studiengang Hauswirtschaft vorgestellt, der in Teilzeitform zum Abschluss „Fachkraft für Ernährung und Haushaltsführung“ führt. Tanja Breitkopf entschied, dass das genau das Richtige für sie war und meldete sich an.

Da sie zuvor jahrelang selbstständig einen Haushalt geführt hatte, erfüllte sie auch die Zulassungsvoraussetzungen nach § 45, Abs.2 Berufsbildungsgesetz und konnte nach eineinhalb Jahren Schulbesuch die Abschlussprüfung in der Hauswirtschaft erfolgreich ablegen. „Ich hatte meinen Beruf gefunden“, kommentiert Tanja Breitkopf.

Als Hauswirtschafterin arbeitete sie danach zunächst in einer Betriebskindertagesstätte von Siemens und kochte täglich für 60 bis 70 Kinder. „Mir war aber schnell klar, ich möchte mehr machen und nicht nur in der Küche stehen.“ Also belegte sie über zwei Jahre am Wochenende den Meisterlehrgang des Bundesverbands hauswirtschaftlicher Berufe MdH in Regensburg. Die Meisterprüfung beendete sie mit großem Erfolg, nämlich als Jahrgangsbeste in ganz Bayern mit der Abschlussnote 1,08.

Autorin: Alexandra Höß

Mehr zum Thema lesen Sie in der aktuellen rhw management-Ausgabe 1/2-2019.

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