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Der neue Koalitionsvertrag der Ampel-Koalition nimmt das auf, was die bisherige Regierung in vier Jahren nicht geschafft hat (obwohl es in deren Koalitionsvertrag als Ziel festgehalten war). Haushaltsnahe Dienstleistungen sollen ab 2023 mit Gutscheinen unterstützt werden, um Schwarzarbeit einzudämmen und Angehörige zu entlasten.

Nach übereinstimmenden Medien-Berichten von Spiegel und Bild am Sonntag plant der derzeitige und designierte SPD-Arbeitsminister Hubertus Heil, Familien ab dem Jahr 2023 einen Zuschuss in Form von Gutscheinen zu geben.
Dies ist im aktuellen Koalitionsvertrag wie folgt festgeschrieben:

„Durch die Förderung haushaltsnaher Dienstleistungen unterstützen wir die Vereinbarung von Familie und Beruf, die Erwerbsbeteiligung von Ehe- und Lebenspartnern und schaffen gleichzeitig mehr sozialversicherte Arbeitsplätze. Die Inanspruchnahme familien- und alltagsunterstützender Dienstleistungen erleichtern wir durch ein Zulagen- und Gutscheinsystem und die Möglichkeit für flankierende steuerfreie Arbeitgeberzuschüsse. Die Zulagen und die bestehende steuerliche Förderung werden verrechnet. Sie dient der Förderung sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung im Haushalt. Profitieren sollen zunächst Alleinerziehende, Familien mit Kindern und zu pflegenden Angehörigen, schrittweise alle Haushalte.“

Familien mit Kindern, Alleinerziehende und pflegende Angehörige sollen ab 2023 einen jährlichen Bonus von maximal 2.000 Euro erhalten. 40 Prozent des Stundenpreises werden dabei durch die Gutscheine finanziert, 60 Prozent von den Bürger*innen. Geregelt werden soll das Ganze über eine App mit zertifizierten Dienstleistern und Gutschein-Codes. Ab 2024/2025 soll dann sogar jeder Haushalt in Deutschland von diesem Gutschein-Modell profitieren können. Spätestens im Sommer 2023 wird zudem einen Mindestlohn von 12 Euro gelten.
Das Thema wurde natürlich eifrig diskutiert bei uns auf Facebook, hier einige der Stimmen:

Martina Feulner von H wie Hauswirtschaft, Pellworm, Referentin bei der 2. INTERHYGIENICA vom 17. bis 19. Februar 2022:
„Ich lese das mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Die Hauswirtschaft ist mit diesem Ansatz noch weit entfernt von einer fachlich anerkannten Leistung. Doch die Versorgungsnotwendigkeiten sind da. Mit Hauswirtschaft können sie befriedigt werden. Ich habe immer mehr das Gefühl, dass wir jetzt etwas bewirken können. Und so ganz nebenbei: der Anlass für die Meldung des Spiegels ist auch das Ergebnis der politischen Arbeit der Hauswirtschaft!“

Mandy Turreck, Netzwerk Hauswirtschaft, Pöhl: „Wir haben so lang dafür gestritten…Danke an Prof. Dr. Uta Meier-Graewe … jetzt soll es endlich umgesetzt werden!“

Rene Rettig von Fokus Hauswirtschaft, Coesfeld, ergänzt: „Ich finde gut, dass zumindest etwas geschieht. Jeder sollte im Rahmen seiner Möglichkeiten versuchen, die Hauswirtschaft von der besten Seite zu präsentieren oder zu professionalisieren. Resignation bringt uns und die Gesellschaft nicht weiter. Die Ausbildung junger Menschen und die Nachqualifizierung von Quereinsteigern sind extrem wichtig, um das Berufsbild gut zu präsentieren.“

Susanne Binder, Nonna Anna, Regensburg, Referentin bei der 2. INTERHYGIENICA vom 17. bis 19. Februar 2022: „Ich möchte nicht den Fehler machen, den die Pflege begeht – ein schönes Berufsbild zerreden. Darum teile, teile, teile ich die schönen Erlebnisse bei den Kunden draußen. Zeige, wie facettenreich wir arbeiten können, wie wir uns fortbilden können und was das Berufsbild alles bietet.“