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Frage des Monats: Arbeitshandschuhe und Gesundheitsamt

von rbaumann | Sep. 18, 2017 | aktuelle_artikel, Expertenrat, Neu

Bei einer Fortbildung durch das Gesundheitsamt wurde angesprochen, dass das Reinigungspersonal im Seniorenheim beim Zimmerwechsel auch die Arbeitshandschuhe zu desinfizieren hat. Kann das wirklich stimmen und ist das zielführend? Wenn ja, wie soll das praktisch aussehen – mit Tüchern, Tunken oder Kittelflasche?

Antwort von Dr. Dieter Bödeker
Die von Ihnen genannte Forderung, Arbeitshandschuhe zu desinfizieren, fußt auf der aktuellen RKI-Empfehlung „Händehygiene in Einrichtungen des Gesundheitswesens“ (Händehygiene in Einrichtungen des Gesundheitswesens: Bundesgesundheitsblatt – Gesundheitsforschung – Gesundheitsschutz 9, 1189-1220, 2016, Download bei „www.rki.de“).
Dort heißt es wörtlich: „Werden Isoliereinheiten der desinfizierenden Reinigung unterzogen, sind die Handschuhe beim Verlassen der Einheit abzuwerfen und eine Händedesinfektion durchzuführen. Ansonsten sind bei jedem Raumwechsel die behandschuhten Hände einer Händedesinfektion zu unterziehen.“
Dieser Forderung liegt wahrscheinlich die Überlegung zugrunde, dass es durchaus möglich ist, dass mit den Handschuhen der Reinigungskräfte Krankheitserreger in das nächste zu reinigende Zimmer übertragen werden. Auch wenn in den Zimmern mit Flächendesinfektionsmitteln gearbeitet wird, ist eine solche Übertragung möglich, da die Einwirkzeiten dieser Mittel in der Regel deutlich länger sind als die Zeit, die zwischen Verlassen des einen und Betreten des nächsten Zimmers liegt.
Zur Umsetzung der oben genannten Forderung in der Praxis gibt es mehrere Möglichkeiten. Es werden Handschuhe gewählt, die gemäß Herstellerangaben einerseits gegen die in der Flächendesinfektion eingesetzten Chemikalien eine ausreichende Schutzfunktion gewährleisten (Chemikalienbeständigkeit gemäß EN 374), die andererseits aber auch mit schnell wirkenden Präparaten desinfiziert werden können.
Eine Desinfektion der „behandschuhten Hände“ wäre durch Präparate auf Alkoholbasis denkbar. Hierbei muss jedoch beachtet werden, dass die eingesetzten Mittel eine passende Wirkungsbreite aufweisen (beispielsweise begrenzt viruzid PLUS bei Auftreten von Noro-Virus-Erkrankungen). Alternativ könnten mechanisch belastbare Einmalhandschuhe getragen werden, die nach der Reinigung des Zimmers abgeworfen werden. Danach muss eine Händedesinfektion durchgeführt werden.

Auch ein Wechsel (…) mehr zum Thema und weitere Expertenfragen lesen Sie in rhw management  10/2017…

Für die ausführliche Vorstellung der entsprechenden RKI-Empfehlung ist auf dem 15. rhw-Hygieneforum am 9. November 2017 im HCC Hannover ein 45-minütiger Vortrag vorgesehen.

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