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von rbaumann | Nov. 10, 2012 | Wissen-Betreuung

Seit einigen Jahren wird über das Thema „kultursensible Altenhilfe“ intensiv diskutiert. Gerade für türkische Migranten gibt es eine Reihe von Altenhilfeangeboten, die aber häufig gar nicht in Anspruch genommen werden. Woran liegt das? Ein Besuch in der türkischen Wohngruppe im Senioren- und Pflegeheim TABEA – Leben bei Freunden gGmbH in Hamburg-Lurup hilft bei der Suche nach Erklärungen.

 

Heute sind rund acht Prozent der Menschen mit Migrationshintergrund älter als 65 Jahre. In 20 Jahren werden es schon 25 Prozent sein. Damit steigt auch für diese Bevölkerungsgruppe das Pflegerisiko und der Bedarf an Pflegeleistungen wächst. Deutsche Altenpflegeeinrichtungen haben sich vielfach schon mit diesem Thema beschäftigt und es gibt eine Reihe von sogenannten „kultursensiblen“ Angeboten.

Türkische Senioren: Die Nachfrage ist geringer als gedacht

In Berlin-Kreuzberg wurde 2007 sogar das erste türkische Altenpflegeheim „Türk Bakim Evi“ mit über 100 Plätzen eröffnet. Heute heißt diese Einrichtung allerdings „Pflegeheim Kreuzberg“ und hat sich auf Bewohner mit Abhängigkeits- und Demenzerkrankungen spezialisiert. Grund: Die Nachfrage nach Angeboten im Bereich Altenhilfe von Seiten der Migranten ist bisher viel geringer als gedacht – nicht nur in Berlin.

Das liegt daran, dass ältere Menschen mit Migrationshintergrund kulturell bedingt im Pflegefall Hilfe von ihren Verwandten und Kindern erwarten. Die Barrieren, auf professionelle deutsche Hilfsangebote zurückzugreifen, sind sehr hoch. „Die alten Menschen werden so lange zu Hause gepflegt, bis es gar nicht mehr geht, zum Beispiel aufgrund von demenziellen Erkrankungen. Erst dann wird über eine stationäre Pflege nachgedacht, aber auch nur mit sehr schlechtem Gewissen“, sagt Nazife Güneyli Tokuc, Pflegedienstleiterin im Senioren- und Pflegeheim TABEA – Leben bei Freunden gGmbH in Hamburg (www.tabea.de), das seit dreieinhalb Jahren auch eine türkische Senioren-Wohngruppe anbietet und damit in der Hansestadt neue Wege geht.

 

Von: Alexandra Höß

 

Mehr zum Thema lesen Sie in rhw management 11/2012

 

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