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Das Mopp-ABC

von rbaumann | Dez. 6, 2012 | Wissen-Reinigung

Baumwolle, Mikrofaser, Mischgewebe – für welchen Einsatzzweck eignet sich welches Material, was sind die Vor- und Nachteile dieser Fasern. Während einer Schulung im Hause der Numatic International GmbH gab Schulungsleiter Uwe Richter einen Überblick über moderne Wischmopps und Wischbezüge, betonte die Vorzüge von leichten Mopps und erklärte, was welche Presse leistet.

Angefangen hat alles im vorigen Jahrhundert mit dem Klassiker, dem Fransenmopp aus Baumwolle. Kennzeichen: Hohe Flächenleistung durch hohes Wasseraufnahmevermögen und beständig gegenüber Alkalien. Allerdings ist Baumwolle empfindlich gegenüber Säuren, das heißt sie eignet sich nur bedingt zum Einsatz im Sanitärbereich, hat kein sehr gutes Schmutzlösevermögen und flust aus. Wegen des Flusens sollten Mopps aus reiner Baumwolle auch unbedingt getrennt von Mikrofaserbezügen und -tüchern gewaschen und getrocknet werden, da letztere sonst unbrauchbar werden.

Kurze Faserkunde

Viskose als industriell bearbeitete Zellulosefaser hat eine ähnliche Faserlänge und -form wie Baumwolle, ist aber fülliger und hat das dreifache Volumen. Das bewirkt zum einen ein hohes Wasseraufnahmevermögen – rund ein Viertel mehr als Baumwolle – und dadurch eine hohe Flächenleistung. Zum anderen ist aber dadurch die Trockenzeit sehr viel länger. Viskosefasern lösen gut Schmutz, sind weitgehend beständig gegen Alkalien, strapazierfähig und flusen nicht, sind aber empfindlich gegen Säuren.

Dritte im Bunde sind Mikrofasern, Synthetikfasern mit einem extrem kleinen Faserdurchschnitt. Polyester-, Polyamid- oder Polyacrylfasern können nicht selbst Wasser aufnehmen, sondern binden über eine Kapillarwirkung nur wenig Wasser und haben insofern nur eine geringe Flächenleistung. Für die gleiche Fläche werden im Vergleich zu Baumwollmopps mehr Bezüge benötigt, das bedingt höhere Anschaffungs- und Waschkosten. Dagegen toppen Mikrofasern mit einer hohen Reinigungsleistung: Ihr keilförmiger Schnitt und eine haarähnliche Oberfläche mit Schuppen bewirken, dass Schmutz und vor allem fetthaltige Verschmutzungen gut abgelöst und gebunden werden. Außerdem kommt das feine Garn in alle Vertiefungen und Ritzen und säubert problemlos strukturierte Oberflächen. Mikrofasern sind beständig gegen Alkalien, bis auf Polyamid auch gegen Säuren und sehr strapazierfähig.
Jede der Fasern hat ihre typischen Vor- und Nachteile, weshalb die Industrie seit Jahren vermehrt Bezüge und Mopps aus Mischgewebe anbietet. „Deutschland liegt im Weltmaßstab bei der Nasswischtechnik und Wischmopps ganz vorn“, erklärt Uwe Richter, aber: „Noch ist auch Baumwolle ein aktueller Bezug.“

Mischgewebe und Konstruktionsunterschiede

Als kennzeichnend für moderne Reinigungstextilien nennt Uwe Richter einige Faktoren:
– gutes Wasserbindevermögen
– verschleißfest, also temperaturbeständig in Trockner und Waschmaschine
– gute Gleitfähigkeit
– gutes Schmutzaufnahmevermögen.

 

 Von: Katrin Hecker

Mehr zum Thema lesen Sie in rhw management 12/2012

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