rhw-management-hauswirtschaft-3-2024

Bürgerrat Ernährung und Hauswirtschaft

Am 14. Januar 2024 hat der „Bürgerrat Ernährung“ seine Empfehlungen präsentiert. Am 17. Januar 2024 hat das Kabinett der Ernährungsstrategie der Bundesregierung zugestimmt. Der Berufsverband Hauswirtschaft e.V. fordert, den Tagessatz für die Verpflegung in Krankenhäusern und sozialen Einrichtungen zu erhöhen.

Von den neun vom Bürgerrat „Ernährung“ vorgestellten Empfehlungen sind für die Hauswirtschaft vor allem die Empfehlung 1 und 6 zu begrüßen. Das sind

  • ein kostenfreies Mittagessen für alle Kinder sowie
  • eine gesunde, ausgewogene und angepasste Gemeinschaftsverpflegung – mit entsprechender finanzieller Grundlage und der Beschäftigung von hauswirtschaftlichen Fachkräften.

Bürgerrat Ernährung und Hauswirtschaft: Das muss getan werden

„Hauswirtschaftliche Fach- und Führungskräfte leisten schon heute ihr Möglichstes, um gesunde und ausgewogene Mahlzeiten in Krankenhäusern, Rehakliniken, Pflegeeinrichtungen und Einrichtungen der Eingliederungshilfe
anzubieten. Und das bei einem Tagessatz für alle Mahlzeiten und Getränke zwischen 5 und 6 Euro. Dieser hat sich in den letzten zehn Jahren nur unwesentlich erhöht (siehe 6. Care-Studie 2022)“, betont Nadia Bouraoui-Gretter,
Präsidentin des Berufsverbandes Hauswirtschaft.

Bezogen auf Krankenhäuser stellen wir wie die Autorinnen und Autoren des „Offenen Briefes: Ernährung im Krankenhaus – wichtig für Gesundheit und Umwelt“ fest: „Für die Ernährung in Krankenhäusern steht aus gesundheitlicher und ökologischer Sicht ein zu geringes Budget zur Verfügung“.

Eine einheitliche Untergrenze für die Tagesverpflegung

Der Berufsverband Hauswirtschaft begrüßt daher die Empfehlung des Bürgerrates. Diese sieht vor, „die notwendigen gesetzlichen und finanziellen Rahmenbedingungen sicherzustellen bzw. zu schaffen, um eine gesunde Ernährung nach DGE-Qualitätsstandards in Pflegeeinrichtungen zu gewährleisten“. Die hierzu genannten Maßnahmen sind Folgende.

Eine einheitliche Untergrenze für die Tagesverpflegung,

eine Kostendeckung durch die Kostenträger,

eine angemessene Budgetierung der Verpflegung in Krankenhäusern sowie

die Einstellung und Aus- und Weiterbildung von entsprechendem Fachpersonal.

Letztere sind um hauswirtschaftlichen Fachkräfte zu ergänzen. Das sieht der Berufsverband Hauswirtschaft e.V. als zukunftsweisend und unabdingbar an.

Inzwischen hat das Kabinett die von Bundesminister Cem Özdemir vorgelegte Ernährungsstrategie der Bundesregierung beschlossen. In den Ausführungen zur Gemeinschaftsverpflegung finden sich viele gute Ansätze. Doch die „Herausforderungen durch knappe finanzielle Ressourcen“ werden jedoch nur am Rande erwähnt. Auch hier gilt, dass ohne zusätzliche finanzielle Mittel viele Maßnahmen nicht umgesetzt werden können.

„Wir wünschen uns“, so der Berufsverband Hauswirtschaft e.V. in einer Pressemitteilung, „dass die Empfehlungen des Bürgerrates Ernährung von den Abgeordneten des Deutschen Bundestages aufgegriffen und in der Politik
umgesetzt werden.“

Hinweis: Der Berufsverband Hauswirtschaft e.V. hat nun auch die Anmeldungen freigeschaltet für seine Jahrestagung am 29. und 30. April 2024 in Bad Boll.

Kennen Sie schon unseren Facebook-Auftritt?

Jede Woche viele weitere, wichtige und unterhaltsame News und Austausch mit Kolleginnen aus der Hauswirtschaft!

Sie haben berufliche Fragen aus Ihrer Praxis und brauchen eine Lösung? Das rhw-Expertenteam hilft Ihnen kostenlos, wenn Sie Abonnentin der rhw management sind. Sie erreichen das Team per E-Mail an die Redaktion – wir versuchen, Ihre Anfrage innerhalb von 14 Tagen beantworten zu lassen! Danke!

Foto: Cotton Bro Studio

Weitere Beiträge

Neu: Der „rhw-Werkzeugkoffer“

Neu: Der „rhw-Werkzeugkoffer“

Immer wieder wünschen Sie sich, liebe rhw-Leserinnen, Erweiterungen oder die Originaltabellen aus den rhw-Artikeln. Diesem Wunsch kommen wir nun nach mit unserem "rhw-Werkzeugkoffer". Im rhw-Werkzeugkoffer befinden sich...

mehr lesen
Aus Altbrot wird Schnaps in Friedrichshafen

Aus Altbrot wird Schnaps in Friedrichshafen

Aus Altbrot wird Schnaps mit Bioethanol aus der Bäckerei. Und das ist der Grund: Rund 600.000 Tonnen Altbackwaren fallen jedes Jahr in Deutschland an. Diese können dann nicht mehr als Lebensmittel genutzt werden. Ein...

mehr lesen